Motivation

Niemand lässt sich gern etwas wegnehmen. Dieser Satz gilt zwar nicht immer und überall, aber – Hand aufs Herz – wollen Sie sich Ihr Geld wegnehmen lassen? Leider ist es die Aufgabe der Politik, Ihnen einen Teil Ihres Geldes wegzunehmen, und das ist grundsätzlich auch sinnvoll. Mit dem Geld kann der Staat zum Beispiel die Infrastruktur des Landes verbessern, Bildungseinrichtungen betreiben und den sozialen Frieden sichern. Dafür, dass wir in einem zivilisierten und friedlichen Land leben, zahlen Sie vielleicht sogar sehr gern Ihre Steuern.

Nach Steuern und weiteren Abgaben bleibt Ihnen netto etwas übrig, von dem Sie leben können. Wenn Sie nicht über Ihre Verhältnisse leben, sondern sparsam sind und an die Zukunft denken, bleibt Ihnen am Monatsende regelmäßig noch immer ein kleiner Teil des Geldes übrig. Diesen Teil sollten Sie sich meiner Meinung nach behalten dürfen.

Hier scheiden sich nun die Geister. Einige Politiker meinen, auch dieser Rest des bereits versteuerten Einkommens sollte nochmals besteuert werden (Stichwort Vermögenssteuer). Andere meinen das nicht, aber sie haben trotzdem ein Problem: Die Staaten haben in den letzten Jahrzehnten über ihre Verhältnisse gelebt und hohe Staatsschulden angehäuft. Das ist nicht unbedingt bestimmten Politikern anzulasten, sondern als typischer Effekt einer Demokratie anzusehen: Der Wähler will den Wohlstand sofort spüren, und darum schafft ihn der Politiker mit Freude – nur leider auf Kosten der Zukunft. Genauso wie der Aktienmarkt dazu neigt, hin und wieder Blasen zu bilden, wurden (und werden) auch die Staatsschulden aufgeblasen.

Wie kann man diese Staatsschulden wieder verringern? Wenn man unzivilisierte Methoden wie das Auslösen von Weltkriegen beiseite lässt, gibt es folgende Möglichkeiten zum Abbauen der Staatsschulden:

1) Höhere Steuereinnahmen durch Wirtschaftswachstum und/oder Steuererhöhungen.
2) Geringere Ausgaben durch Kürzung von Sozialleistungen, Subventionen etc.
3) Enteignung der Gläubiger (wie 2002 durch den Staatsbankrott in Argentinien und 2011 durch den erzwungenen Schuldenerlass für Griechenland).
4) Enteignung der eigenen Bevölkerung. (1933 wurde z. B. in den USA der private Besitz von Goldmünzen und Goldbarren verboten, und die Bürger mussten ihr Gold gegen den halben Wert in Papiergeld tauschen.)
5) Geldentwertung (Inflation) und damit Verringern der Schulden im Vergleich zur Wirtschaftsleistung des Staates.

Man sieht, der Staat hat es auf Ihr Erspartes abgesehen. Wenn Sie in Staatsanleihen oder Gold investieren, könnten Sie enteignet werden. Wenn Sie Sparbücher, klassische Er- und Ablebensversicherungen oder andere Geldwerte haben, frisst die Inflation nicht nur die Zinsen auf, sondern auch einen Teil des Kapitals.

Die optimale Geldanlage kann es nicht geben, denn sonst würde jeder genau dort investieren, und der Kurs würde so hoch steigen, bis sie auch nicht mehr besser wäre als andere. Man muss daher bei seiner persönlichen Geldanlage stets die Renditechancen mit den damit verbundenen Risiken betrachten. Daraus ergibt sich eine individuelle Präferenz bezüglich der Risikoklasse. Eine weitere Feinheit dabei ist, dass der Gesetzgeber vorschreibt, was riskant sein darf und was nicht. Plakativ dargestellt sind Vermögensberater verpflichtet, risikoscheuen Personen zum Sparbuch und nicht zu einem Aktienfonds zu raten. In stabilen Zeiten mit niedriger Inflation ist dies auch richtig, aber eben nur dann. Anfang der 1920er Jahre wären die Österreicher mit Aktienfonds wesentlich besser bedient gewesen als mit Sparbüchern. Ein Sparbuchguthaben hatte nämlich 1923 weniger als ein Zehntausendstel der Kaufkraft von 1914 – der Sparer erlitt einen Verlust von 99,993% und somit fast einen Totalverlust. [Quelle: Banknotengeschichte]

So schlimm muss es nicht wieder kommen, aber grundsätzlich ist festzuhalten, dass auch die konservativsten Geldanlagemöglichkeiten ein Risiko aufweisen. Es ist daher wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und die vorhandenen Werte auf unterschiedliche Anlageklassen aufzuteilen. 100% am Sparbuch liegen zu haben, ist in den meisten Fällen genauso falsch wie 100% in Aktien zu investieren.

Neben Rendite- und Risikopräferenz sind noch die persönlichen Lebensumstände relevant. Sie bestimmen vor allem die Liquiditätskomponente. Ein gut abgesicherter Beamter, der in seinem Leben keine großen Veränderungen vorhat, wird weniger Geld flüssig halten müssen als ein Selbstständiger mit unregelmäßigem Einkommen. Generell sollten Sie sich überlegen, welche der angesparten Werte Sie weitervererben wollen und welche Sie wann ausgeben wollen. Wenn man beginnt, für die spätere Studienzeit eines Kleinkinds etwas zur Seite zu legen, hat man einen anderen Anlagehorizont als bei einem im kommenden Jahr anstehenden Autokauf. Natürlich benötigt man auch liquide Mittel für Unvorhergesehenes – nicht alles im Leben ist planbar. Generell gilt jedoch, dass eine sorgfältige Planung ein wichtiger Baustein einer optimalen Anlagestrategie ist.

Es geht also gar nicht primär ums Geld. Es geht um die Potenz (das Vermögen!), sich aus den Ergebnissen der bisher geleisteten Arbeit später etwas zu kaufen. Das Vermögen ist ein Mittel zum Zweck, das eigene Leben und das Leben der Ihnen verbundenen Menschen angenehmer zu gestalten.

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